Zentralbahnhof Großhöflein-Müllendorf?

Im Burgenland ist Landtags-Wahlkampf und die Parteien haben den Verkehr als ein wichtiges – die Wähler bewegendes – Thema  entdeckt. Die SPÖ möchte das Verkehrsproblem mit einem Maßnahmenbündel lösen – die Bahn mit zwei Zentralbahnhöfen stärken, Mikro ÖV (Öffentlicher Verkehr) einführen, Sicherheitsausbauten umsetzen. Die ÖVP setzt hingegen auf ein Mobilitäts-Konzept mit dem Schwerpunkt “leistbare und attraktive Angebote für individuelle Personenmobilität”.  Während der letzten Jahre des Rot-Blauen Landtages waren die Ideen und Vorschläge zum Thema Verkehr eher dünn gesät. Dafür werden die Wähler im Wahlkampf mit einer Vielzahl neuer Ideen und Projekten von den Politikern überrascht.

Bereits im Juni hat Landeshauptmann Doskozil in einer Podiumsdiskussion mit der Idee von zwei Zentralbahnhöfen für das Burgenland aufhorchen lassen –  Zwei Zentralbahnhöfe für das Burgenland wir haben berichtet, Juni 2019.

In den letzten Wochen wurden diese Vorstellungen konkreter.  Gleichzeitig entstand  Verunsicherung bei den betroffenen Gemeinden und Kritik der ÖVP an den SPÖ Vorschlägen. Zuletzt machten die betroffenen Großhöfleiner bei einer durch die ÖVP-Großhöflein  veranstalteten Diskussion ihrem Ärger Luft.

Eine Übersicht der intessantesten Medienbeiträge zu diesem Thema:

Bahnhof-Streit eskaliert – bvz Ausgabe 48/2019, 27.11.
Zentralbahnhof sorgt für Verunsicherung – meinbezirk.at, 22.11
SPÖ und ÖVP uneins über Großbahnhof Großhöflein-Müllendorf – bvz.at, 22.11
Großhöflein als Zentralbahnhof im Gespräch – orf.at, 19.11
Bahnhof im Nordburgenland wird konkret(er) – kurier.at, 19.11
Hauptbahnhof für Pendler im Landesnorden – krone.at, 16.11
Zentralbahnhof in Großhöflein – meinbezirk.at, 14.11

 

Einig sind sich die Parteien bei den großen Zielen rund um das Thema Verkehr: Stärkung der Bahn, Verbesserung der Verbindung nach Wien, Förderung des öffentlichen Verkehrs, Verlagerung des Personen und Gütertransports – weg von der Straße hin zur Schiene, mehr Regionalbusse, ua.

Anstatt jedoch über die Projekte rechtzeitig im Landtag zu beraten, vorab mit der betroffenen Bevölkerung zu sprechen und gemeinsam einen vertretbaren Weg für alle Burgenländer zu finden, wird gestritten und es werden laufend neue Vorschläge präsentiert. Der Journalist einer Regionalzeitung bringt es in seinem online Kommentar auf den Punkt: Politik der NichtKommunikation – bvz.at, 27.11.

Beispiel Zentralbahnhof Nord: Es ist zu verstehen, dass die Meinung der Betroffenen dazu unterschiedlich und zwiespältig sind.  Während man in Wulkaprodersdorf Hoffnung schöpft, dass mit dem Zentralbahnhof Großhöflein die Bahnschleife Wulkaprodersdorf vom Tisch ist, sorgen sich Großhöflein und Müllendorf über eine neue Lärmquelle.

Demo gegen die Bahnschleife Wulkaprodersdorf 5.2.2018

Beispiel A3-Verlängerung: Während der Landessüden den Ausbau der A3-Verlängerung als Erleichterung der Pendler begrüßt, befürchten die Anrainergemeinden im Bezirk Eisenstadt eine Transithölle.

Beruhigt werden die Anrainer und Bürgerinitiativen, die gegen solche Großprojekte protestieren, mit der Zusicherung der SPÖ Landespolitiker: “Kein großes Verkehrsprojekt ohne Zustimmung der Gemeinden!“. Doch was ist davon zu halten, wenn es aufgrund der vergeudeten Zeit keine Alternativlösungen mehr gibt? Dann, wenn die ungarische Autobahn M85 bis Klingenbach fertig ist, wenn die S31 und A4 Ausbauten immer mehr Verkehr mit sich bringen? Dann, wenn für alternative Lösungen kein Geld mehr vorhanden ist? Lesen Sie mehr dazu in unserem nächsten Beitrag zur Verlängerung der A3.

 

 

erstellt von: Wolfgang Reisner                                                            Aufrufe bisher: 25