Manuela’s Garteneck: Über Blümchen und Bienchen

 

Über Blümchen und Bienchen

Mit diesem Thema melde ich mich mit etwas Verspätung zurück.

Ich hoffe, ihr hattet angenehme Feiertage und einen guten Start ins neue Jahr. Nun lassen wir die feuchte und kalte Jahreszeit zurück und begeben uns mit Zuversicht und Vorfreude gedanklich in den Frühling. Stellen wir uns also eine bunt blühende Natur vor in der Bienen summend Nektar sammeln.

Mit dieser Vorstellung und so manchen Gartenbüchern kann man sich gut auf das kommende Gartenjahr vorbereiten und über die restlichen Wintertage trösten. Oder wie es der österreichische Hobbypoet Karl Miziolek formuliert:

Ein Kopf ohne Gedanken ist wie ein Garten ohne Blumen!
vice versa
Ein Garten ohne Blumen ist wie ein Kopf ohne Gedanken!

Wie ich gerade merke ist wirklich etwas dran an dem Spruch. 🙂 Da es jetzt naturgemäß keine Blumen im Garten gibt, tu ich mir nun schwer meine Gedanken auf meine Blumen zu lenken, die bei Bienen besonders beliebt sind. 🙂

 

Der Papageienstrauch

Samenkapsel des Papageienstauch
Aufgeplatzte Samenkapsel des Papageienstrauch

Aber eine Pflanze fällt mir dann doch sofort ein, der Papageien-strauch ( Asclepias syriaca). Sie zählt zu den Seidenpflanzen-gewächsen und wie der Name schon verrät, bildet diese Pflanze im Herbst Samenkapseln, die die Form eines Papageis haben. Abgeschnitten, machen sie sich besonders hübsch auf einem Glasrand. Selbst die später auf- geplatzten Kapseln sind mit den seidig wirkenden Samen in der Herbstsonne ein schöner Anblick. Außerdem habe ich gelesen, dass man diese Samen zum Füllen von Kissen verwenden kann. Aber am meisten haben es mir die Blüten angetan. Wunderschön und stark duftend blühen sie im Sommer. Doch ich bin nicht ihr einziger Fan.

Schmetterlinge, aber vor allem Bienen lieben diese Pflanze ebenso.

Papageienstrauch mit Borstiger Dolchwespe

Die Vermehrung durch Teilung ist gar nicht so einfach. Meistens brechen sie beim Ausgraben ab. Aber bei einigen Exemplaren gelang es und sie könnten an interessierte Garten- Stammtisch- Besucher weiter geben werden. Eine Vermehrung durch Samen oder Stecklinge habe ich noch nicht ausprobiert.
Mir fiel auf, dass diese tolle Pflanze im Handel nicht erhältlich ist. Bei meiner Recherche habe ich erfahren, dass 2017 die EU beschlossen hat sie aus dem Sortiment zu nehmen, da durch die starke Ausbreitung des Papageienstrauchs heimische Pflanzen verdrängt werden könnten. So sind es wohl die Hobbygärtner, die dafür sorgen können, dass diese tolle Bienenfutterpflanze nicht verloren geht.

Der Papageienstrauch hat eigentlich, außer seiner Giftigkeit, nur einen Nachteil, sofern man das als Nachteil sehen möchte. Er breitet sich durch Ausläufer ziemlich schnell aus. Am besten ist also ein sonniger Platz, wo man dieser 1-2m hohen Pflanze ihrer Wuchsfreude Raum geben kann. Eine Wurzelsperre ist sicherlich auch nicht verkehrt.

 

Die Bienen- Schmetterlings- und Insektenfreunde

Oregano
Schmuckkörbchen

Weitere Pflanzen in meinem Garten, die auffallend gerne von Bienen besucht werden: Lavendel, Rosmarin, Salbei, Thymian, Oregano, Sonnenblumen, Schmuckkörbchen, Ringelblumen, Prachtkerze, Borretsch, Katzenminze, Brombeere, Witwenblume, Löwenzahn, und im Herbst dient die Bartblume als sehr beliebte Nektarquelle. Aber auch ungefüllte Rosenblüten mögen Bienen sehr.
Der Blauglockenbaum zieht eine der größten Wildbienenart an – nämlich die Hummel. Ich achte darauf, möglichst Pflanzen mit ungefüllten Blüten zu pflanzen und achte, dass immer etwas blüht.
Besonders Gutes tut man Bienen und Insekten mit Blumenwiesen. Die Vielfalt und Farbenpracht ist nicht nur schön anzusehen, sondern ein Paradies für Bienen, Schmetterlinge und andere Insekten. Letztes Jahr gönnte ich einem Beet im Gemüsegarten ein Jahr der Ruhe und säte dort einjährige Pflanzen für Nützlinge. Das sah sehr hübsch aus und lockte auch viele Insekten an. Heuer werde ich mich wahrscheinlich vor Ringelblumen nicht erwehren können, aber ich liebe ohnehin den Bauerngarten – Look.

Ja, und dann sind gerade Wasserstellen für Insekten auch sehr wichtig.

Holzbiene

Hat man die Möglichkeit eine Stelle des Bodens als offenen Sandboden zu belassen, kann man den Erdbienen damit einen Nistplatz bieten. Wir haben so einen offenen Boden im Glashaus und im Frühjahr konnte man die typischen Brut- Löcher erkennen.
Für die blau schillernde Holzbiene dient Totholz als Brutstätte. Auch Hornissen, deren Bestand so stark zurück gegangen ist, dass sie unter Naturschutz gestellt wurden, benötigen Holzfasern für ihren Bau. In den letzten beiden Jahren konnte ich drei dieser großen Brummer beim Apfelbaum beobachten und auch hören, wie sie an der abstehenden Rinde „knabbern“.

 

Das Nützlingshotel

Tonigel

Außerdem wird heuer hoffentlich unser Nützlingshotel fertig. Es handelt sich um ein ca 1,30m x 1,80m großes Bauwerk in dem in einem Teil ein Hotel eingerichtet wird. Natürlich gehört eine Etage den Wildbienen. Wer weiß, wer noch aller einzieht 😉
Zwar deutlich kleiner, aber ebenso effektiv sind die aus Ton gebastelten Igel, die einige vom Garten- Stammtisch gebastelt haben. An der Unterseite mit Löchern versehen und aufgehängt, werden sie heuer hoffentlich als Brutstätte dienen.
Nicht nur viele Infos über Bienen, sondern auch welche Fehler man beim Bau eines Wildbienenhauses vermeiden soll, wird hier gut angeführt: NABU.DE

Zum Abschluss noch kurz über jene die oft lästig werden können – die Wespen. Man möchte es vielleicht nicht glauben aber auch sie sind Nützlinge. In einigen Bundesländer wie z.b in der Steiermark stehen Wespen unter Naturschutz. Im Burgenland offensichtlich nicht, denn: Wir hatten vor einiger Zeit ein Wespennest und der gerufene Profi hat die Wespen nicht betäubt und samt Nest in die Natur übersiedelt, sondern getötet. Es handelte sich um ein noch kleines Nest unter einem Balkontisch.

Nun sind wir am Ende unserer gedanklichen Reise in die blühende und summende Natur angekommen. Vielleicht habt ihr nun Appetit auf ein Honigbrot 🙂 jedenfalls hoffe ich, ich konnte viele begeistern und motivieren ihren Garten, Terrasse oder Balkon bienenfreundlich zu bepflanzen und gestalten.Denn:

Wer Blumen sät, hat Bienen als nützliche Gäste
– Joachim Nusch –

 

In diesem Sinne Grüner Daumen hoch
und bis zum nächsten Mal,
wenn ich über meine Erfahrungen mit Zitruspflanzen berichte.

 

Manuela

 

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erstellt von: Manuela Semeliker,        Layout: Wolfgang Reisner                                                   Aufrufe: 110