Manuela’s Garteneck: Der Frühling naht

Der Frühling naht

Es blüht und sprießt – der Frühling lockt die ersten Tiere aus ihrem Winterquartier – und auch mich wieder in den Garten.

Hallo und herzlich Willkommen all jenen die auch heuer wieder über meine Garten- Geschehnisse lesen möchten.

Meine ersten Tätigkeiten im Garten sind, die vertrockneten Stiele der Stauden zu entfernen und verschiedene Sträucher zu schneiden wie z.b den Sommerflieder, oder Lavendel.

Schnittgut von Sträuchern und Stauden

Dabei wird mir auch bewusst, dass ich ein wichtiges Ausgangsmaterial für meine zukünftige Erde in den Händen halte.

Womit wir bereits bei meinem  Lieblingsthema angekommen sind: schwarzes Gold ernten. Ich glaube, ich habe schon einmal erwähnt, wie beeindruckend ich es empfinde, wenn aus Garten- und Küchenabfälle nnährstoffreicher Kompost entsteht. Ich finde, dass Kompost und die weitere Form – nämlich Humus, einer der wichtigsten Akteure für den Garten sind. Nicht umsonst wird er als das schwarze Gold bezeichnet.

 

Aber das Ganze kann man noch toppen durch:

Selbst hergestellte Schwarzerde

Ich hätte nicht gedacht, dass mich das Thema Erde so fesseln kann. Letztes Jahr besuchten wir mit NaturImGarten die Firma Sonnenerde in Riedlingsdorf. Bei der Führung wurde uns genau erklärt wie dort die Kompostierung abläuft. Man konnte die einzelnen Stationen besichtigen, verschiedene Erden fühlen, riechen, ja sogar schmecken. Auch die Erzählungen über die Pflanzenkohle und wie es zu der ersten europäischen Verkohlungsanlage kam, war sehr interessant. Besonders beeindruckt war ich von der Herstellung der Schwarzerde. Diese wurde nach dem Vorbild von Terra Preta in jahrelangen Versuchen entwickelt. Sie ist besonders nährstoffreich und kann Wasser besser speichern.

Sonnenerde Kompostierung

Ein sehr positiver Nebeneffekt bei der Beigabe von Pflanzenkohle ist, dass sie durch die Oberflächenstruktur nicht nur die Erde feinkrümelig macht, sondern auch CO2 speichert und nicht an die Umwelt abgibt. Man leistet also auch einen Beitrag zum Klimaschutz.

Sonnenerde Kompostierung

Erstaunt war ich, dass dort die Kompostmieten in der prallen Sonne aufgebaut sind.

Bisher dachte ich, dass ein halbschattiger Platz der idealste ist und richtete darum bisher dort den Kompostplatz ein. Nun wurde ich eines Besseren belehrt.

Nämlich, dass ein sonniger Platz überhaupt kein Problem für die Kompostierung ist. Man muss ohnehin immer wieder das aufgeschichtete Material überprüfen, ob die Feuchtigkeit passt.

Die richtige Feuchtigkeit und die Sauerstoffzufuhr – durch umdrehen / umschichten des wertvollen Guts – ist das um und auf, wenn man gute Erde ernten möchte.

Bei richtiger Anwendung – die Erde darf niemals unbedeckt sein – wird aus der klumpigen verdichteten Erde  mit der Zeit lockerer, nährstoffreicher Humus – Dies sollte doch auch in meinem Garten funktionieren. Denn Tonnen an Schwarzerde anzukarren ist mir zu kostspielig und aufwändig! Daher heißt die Devise – selbst herstellen. Das ist zumindest mein Plan.

 

 

Ein Versuch mit zwei Arten der Kompostierung

Daher startete ich im Spätherbst um aus den diversen Gartenabfällen Kompost anzulegen. Einen nach der herkömmlichen Art wie gewohnt im letzten Frühjahr/ Sommer aufgebaut. Und zusätzlich einen Neuen. Quasi den Ferrari unter den Kompöster 🙂 Dieser wurde mit Aktivkohle angereichert, feuchter gehalten, öfter umgesetzt, gehätschelt und umsorgt. Aber nicht irgendwie, sondern nach einer Videoanleitung von der Firma Sonnenerde – für den Komposthaufen im eigenen Garten.

Eines der Ziele war es, eine Heißrotte zu erreichen. Dabei kommt es im Inneren des Haufens zu Temperaturen um 60°C. Das hat den Vorteil, dass Keime und unerwünschte Samen abgetötet werden.

Schicht für Schicht baute ich also abwechselnd trockenes und feuchtes Material zu einem nach oben hin spitz zulaufenden Hügel auf. Dazwischen streute ich immer wieder Aktivkohle, Urgesteinsmehl, Hornspäne, getrocknete Rinderdung Pellets, Federn – UND Wasser angereichert mit Mikroorganismen.

Generell sollte Kompost niemals zu trocken sein (Rotteprozeß setzt aus) aber auch nicht zu nass (Fäulnisbildung) . Zum Schluss wird abgedeckt z.B aus einer Schicht Grasschnitt. Für einige Wochen überlässt man nun den Haufen sich selbst.

 

Natürlich war ich neugierig und wühlte von Zeit zu Zeit meine Hand an einer Stelle in das Geschehen hinein. Aber mehr als lauwarm wurde der Kompost nicht. Vielleicht war ich mit dem Aufsetzen zu spät dran oder es war zu wenig stickstoffhaltiges Material wie Grasschnitt dabei – ich vermute letzteres.

Nach Anleitung ging es weiter und zwar mit dem Umsetzen des Materials. Das ist wichtig, damit Luft hinzu kommt und die Materialien vermischt werden, aber auch um die Feuchtigkeit zu prüfen. Nach zwei Wochen habe ich das Ganze nochmals umgesetzt und der deutlich zersetzte Haufen sollte nun mit einem Kompostvlies abgedeckt werden. Das Vlies ist wasserabweisend aber dennoch atmungsaktiv. Dadurch wird die kostbare Masse nicht ausgeschwemmt und es findet ein gleichmäßiger Rotteprozeß statt.

Da ich noch kein solches Vlies hatte, deckte ich mein zukünftiges Gold mit einem alten Teppich und Holzlatten ab. Ab diesem Zeitpunkt muss man den Komposthaufen ruhen lassen – kein Umschichten, kein Umrühren, keine Wasserzugaben mehr. Ich schickte ihn also in den Winterschlaf… wobei er alles andere tat als schlafen 🙂

Mitte März war ich natürlich schon sehr gespannt was aus meinem Versuch geworden ist. Denn nun kam der Vergleich der zwei Komposthaufen.

Beide haben den gleichen Platz- also es stand nicht einer schattiger oder trockener als der andere. Die Struktur war nach dem Reitern beim „ Ferrari“  gröber. Er fühlt sich aber toll an und riecht waldig. Der herkömmliche Kompost ist deutlich trockener und grauer.

Kressetest

Nun habe ich den Kresse – Test gestartet um zu sehen wie nährstoffreich das Ergebnis ist. Damit ich es dann in der richtigen Menge anwenden kann bzw. evtl. noch nachreifen lasse. Dann den fertigen Kompost auf den Beeten verteilen.

Füttert man dieses wertvolle Gut, indem man immer mulcht, erhält man mit der Zeit fruchtbare, wasserspeichernde Schwarzerde. Zusätzlich werde ich den Bodenaktivator aufstreuen. Ich bin schon sehr gespannt auf die heurige Ernte 🙂

 

Wenn man meinen Text liest, könnte man den Eindruck bekommen, ich arbeite mit der Firma Sonnenerde zusammen… 🙂 . Nein, tu ich nicht! Ich war und bin nur von den Produkten und der Leistung dieser Firma überzeugt und beeindruckt.

Vielleicht konnte ich euch auch die Erzeugung vom schwarzen Gold des Gärtners schmackhaft machen oder sogar die klimafreundliche Methode mit Pflanzenkohle. Jedenfalls wünsche ich euch eine schöne, erfolgreiche und gemütliche Saison.

 

Kurze Infos zum Abschluss:

Die 1. burgenländischen Gartentage waren ein Erfolg. Auch unser Garten war, zu unserer Freude, gut besucht. Doch heuer bleibt unsere Gartentür  geschlossen, da wir uns selbst auf Gartentour begeben wollen.

Die burgenländischen Naturgartentage finden am 21. und 22.5. 2022 statt.

Welche Gärten teilnehmen wird demnächst auf www.naturgartentage.at bekannt gegeben.

 

In diesem Sinne

Der „ Grüne Daumen“ besteht aus Aufmerksamkeit und Zuwendung
( Anke Maggauer- Kirsche)

Bis bald

Manuela

 

erstellt von: Manuela Semeliker                          Aufrufe: 31