Bericht und Interviews von Natalie Pleva

Natalie Pleva

Liebe WulkaprodersdorferInnen,

ich bin bald 16 Jahre jung und lebe seit 2 Jahren in Wulkaprodersdorf. Die UDW hat es mir nun ermöglicht, über ein Thema zu berichten, das uns alle angeht:

„ALKOHOL“

immer wieder liest man dramatische Artikel in sämtlichen Zeitungen über das leidige Thema Alkohol, dem damit verbundenen Mißbrauch (anstatt Genuss) und dessen dramatische Folgen. Nachdem ja auch ich kein Kind von Traurigkeit bin und mittlerweile das eine oder andere Gläschen probiert habe (einfach um zu testen, was da so dran ist und ob es mir überhaupt schmeckt), hab ich beschlossen, in meinem näheren Umfeld eine Art Umfrage zu starten. Hier nun das Resultat – kurze Berichte von Jugendlichen und deren Erfahrungen und Meinungen zum immer wieder aktuellen Thema:

CHRISTOPH 18 Jahre, HASCH-Schüler

Ich habe mit 14 Jahren zum 1. Mal Alkohol getrunken und in dem Alter fängt man normalerweise an, sich für das Fortgehen und die verschiedensten alkoholischen Getränke zu interessieren. Ich habe damals mit meinen Freunden auf jeder Party Alkohol konsumiert und vorher natürlich gekauft, aber wir wurden nie nach unserem Alter gefragt, obwohl man uns sehrwohl ansah, dass wir kaum älter als 14 waren. Für uns war es damals natürlich von Vorteil. Leider muss ich zugeben, dass ich dabei schnell auf den Geschmack kam und schon nach weniger Zeit gab es für mich keine Party ohne Alkohol mehr! Da ich von dem Gedanken, ohne Alkohol keinen Spaß zu haben, besessen war! Doch seitdem ich meine Freundin kenne, habe ich bemerkt, dass es noch wichtigere Dinge als Fortgehen und Alkohol trinken gibt, welche (man höre und staune...) auch Spaß machen! Und ich glaube, dass das jeder kann. Ich möchte der jüngeren Generation hiermit mitteilen, dass aus einem Genussmittel sehr schnell Sucht werden kann und sie auf sich aufpassen sollen. Trotzdem bin ich der Meinung, dass jeder seine eigenen Erfahrungen machen sollte!

Jugend und Alkohol

ANONYM 19 Jahre, HTL-Schüler

...meint, dass der Alkoholkonsum unter Jugendlichen gerade im Burgenland sehr groß ist und dass es nicht erstrebenswert ist, Jugendliche diesen Massen von Alkohol auszusetzen. Trotzdem glaubt auch er, dass es besser ist, wenn sie diese Erfahrungen schon im früheren Alter selbst machen, da hier die Eltern ja noch ein Auge auf einen haben. Tun sie es jedoch erst ein paar Jahre später, wo sie vielleicht schon auf sich selbst gestellt sind und das alles nachholen wollen, kann es passieren, dass es um diese Personen sehr schlecht steht und sie in eine ausweglose Situation geraten, aus welcher sie ohne fremde Hilfe wahrscheinlich sehr schwer wieder herausfinden. Also aufpassen – Alkohol kann sehr heimtückisch sein!

JULIA 16 Jahre, HASCH-Schülerin

Stacheldrahtflasche

Ich finde es nicht in Ordnung, dass man 14-Jährigen (oder teilweise auch jüngeren) schon Alkohol verkauft. Mir ist aufgefallen, dass die meisten öffentlichen Veranstaltungen diese „Kinder“ zum Trinken geradezu provozieren (motivieren), z.B. durch Plakate, Gutscheine, uvm... Und das alles nur, um mehr Gewinne zu erzielen. Ich finde, es sollten auf jeden Fall strengere Kontrollen eingeführt werden, da ich wirklich schon einige, nicht wirklich schöne Bilder von solchen Jugendlichen gesehen habe. Ich fand es ganz toll, als bei der letzten Highspeed–Session in Eisenstadt, eine Testperson unterwegs war. Eine unter 16-Jährige, der pausenlos und ohne nachzufragen, Alkohol verkauft wurde!! Die Barkeeper wurden danach befragt, warum sie einfach so, einem minderjährigen Mädchen, Alkohol verkauften?! Die Antwort darauf war nur, sie sähe doch schon viel älter aus als sie sei. Daraufhin wurden sie vom Veranstalter verwarnt! Doch ob das hinkünftig was nützt?

BIANCA 16 Jahre, HASCH-Schülerin

Ich finde, dass man Alkohol nicht an Leute unter 16 verkaufen sollte. Es macht vielleicht mehr Umsatz, aber an die Gesundheit unserer Generation denkt eigentlich keiner. Es ist zwar gut für Parties oder für irgendwelche besonderen Events, aber trotzdem finde ich es erschreckend, an einem Samstag Abend, lauter Minderjährige zu sehen, die völlig betrunken auf den Straßen herumtorkeln und vielleicht noch randalieren. Heutzutage werden auch die Ausweiskontrollen sehr vernachlässigt, was ich persönlich auch nicht sehr klug finde. Natürlich ist es egal, welche Altersgruppe Alkohol konsumiert, da es für ALLE gleichermaßen schädlich ist. Aber wenn man so jungen Kindern Alkohol verkauft, spielt man vielleicht mit deren Leben und auch dem anderer.

ANGELIKA 16 Jahre, HASCH-Schülerin

Ich finde es ehrlich gesagt besch..., dass überhaupt Alkohol an junge Leute verkauft wird. Ich meine, wofür müssen die eigentlich schon Alkohol konsumieren? Es ist einfach eine unnötige Sache, für die man nur umsonst Geld rausschmeißt – nur weil man „cool“ sein will. Und so etwas finde ich nicht korrekt! Von den Eltern nicht, weil sie es zulassen und von den Kindern nicht, weil sie es tun und sich dabei nur schaden.

BERNHARD 17 Jahre, HASCH-Schüler

Meiner Meinung nach, sollte man nicht die Gesundheit der Kinder und Jugendlichen gefährden, nur weil man Umsatz machen will. Ich selbst trinke zwar auch Alkohol, bin mir meiner Grenzen aber sehr wohl bewusst. Ich traue mich zu behaupten, dass unter 16-Jährige einfach noch nicht wissen, wann sie genug haben. Ich meine, dass Eltern und Kinder gleichermaßen schuld sind. Denn ich glaube nicht, dass alle Eltern wissen, was mit ihren Kinder geschieht bzw. was diese wirklich so treiben, wenn sie fortgehen!

JÖRG 18 Jahre, HAK-Schüler

Traurig, aber wahr! Die Alkoholkonsumenten werden Jahr für Jahr jünger! Aber eigentlich ist dies auch kein Wunder, da man ja fast bei jeder Veranstaltung Alkohol billiger bekommt als antialkoholische Getränke! Außerdem schert sich kaum jemand darum, wie alt (oder „voll“) der Konsument ist, da offenbar nur der Gewinn dabei zählt!!! Wahrscheinlich ist das gerade auch der Grund dafür, warum man heutzutage so leicht an Alkohol wie auch Zigaretten rankommt! Wie gesagt, traurig aber wahr!

Schlusswort:

Ich hoffe, dass sich doch auch der eine oder andere Jugendliche (nicht nur Erwachsene) unter den Lesern dieses Beitrags befindet und diesen auch beherzigt. Es wäre zumindest schon ein Schritt in die richtige Richtung – so denke ich – wenn wenigstens die Leute gründlich darüber nachdenken würden, bevor sie Alkohol konsumieren. Es soll Euch/uns ja nicht den Appetit darauf verderben – ganz und gar nicht! Überlegt doch einfach nur vorm nächsten Glaserl, dass es dabei ja um Genuss und nicht um einen Rausch gehen soll. Denn Nichts ist wirklich schlecht, wenn man es nur mit Maß und Ziel tut! Vielleicht könnten wir doch die eine oder andere Folge des Alkoholmissbrauchs damit verhindern – meint Ihr nicht?!

In diesem Sinne – „Auf unser Wohl“!

Eure Natalie Pleva