Zweisprachige Ortstafeln

Eine unendliche Geschichte

Sind Tamburizza und Volkstanzgruppen nur Show?

Wir zeigen bei wichtigen politischen Besuchen gerne unsere zweisprachigen Schulen und Kindergärten her. Dabei schmücken wir uns auch gerne mit Tamburizza und Volkstanzgruppen. Wir schicken unsere Kinder zur Volkstanzgruppe. Tun wir das nur, weil das alles so nett ausschaut?

Es ist schon eine eigenartige Sache. Einerseits pflegen wir das kroatische Brauchtum und andererseits zeigen wir unsere kulturelle Vielfalt nicht durch zweisprachige Aufschriften auf öffentlichen Gebäuden und auf Ortstafeln.

Ortsnamen sind ein wichtiges Symbol

Zweisprachige öffentliche Aufschriften sind für die jeweilige Volksgruppe ein wichtiges Zeichen und Symbol der öffentlichen Anerkennung und Akzeptanz. Es geht darum, ob wir jenen Menschen, die in unserer Mitte leben und die einen Teil unserer Gemeinde bilden, das Recht geben wollen, den Namen unserer Gemeinde nicht nur in Deutsch, sondern auch in der eigenen Muttersprache auf der Ortstafel zu finden.

Gesetzliche Vorgaben

Sowohl der Staatsvertrag von Wien 1955 als auch das Volksgruppengesetz aus dem Jahr 1976 legen fest, dass in den Gemeinden des Burgenlandes mit kroatischer und gemischtsprachiger Bevölkerung die topographischen Bestimmungen zweisprachig anzubringen sind. Dabei handelt es sich um Aufschriften auf Ortstafeln und auf öffentlichen Gebäuden, wie z.B. Kindergarten, Schulen, Gemeindeamt, usw.
Aufgrund des Volksgruppengesetzes 1976 hätte die Bundesregierung im Einvernehmen mit dem Hauptausschuss des Nationalrates und nach Anhörung der Landesregierung eine entsprechende Durchführungsverordnung erlassen müssen. Das ist im Jahre 2000 erfolgt.
22 Jahre lang war die Bundesregierung säumig gewesen.

Zweisprachige Aufschriften erfolgreich aufgestellt

Die Aufstellung der zweisprachigen Ortstafeln erfolgte im Jahre 2000 aufgrund der Durchführungsverordnung des Bundeskanzleramtes.

Zweisprachige Aufschriften auf den öffentlichen Gebäuden sind ebenfalls im Jahr 2000 aufgrund eines Antrages, den die UDW im Gemeinderat einbrachte, erfolgt.