Keine verkehrte Verkehrspolitik

Die Situation in Österreich: Der Verkehr fordert in Österreich jährlich rund 1.4OO Tote (das entspricht etwa der Einwohnerzahl von Schützen am Gebirge) und rund 6O.OOO Verletzte (zusammen etwa die Einwohnerzahl der Bezirke Mattersburg und Güssing).

Im Durchschnitt wird jede/r zweite ÖsterreicherIn im Laufe seines/ihres Lebens bei einem Verkehrsunfall verletzt. Jedes fünfte Kindergrab ist auf den Verkehr zurückzuführen (Quelle: Kuratorium für Verkehrssicherheit, Unfallstatistik).

Automobiler Alltag in Europa

Unsere Zivilisation würde es wohl kaum tolerieren, wenn jemand europaweit jährlich 70.000 Menschen töten und 2.000.000 verletzen würde. Im Verkehrsgeschehen entsprechen diese Zahlen der Realität und werden Jahr für Jahr hingenommen.

Auswege gesucht

In der Zeit nach dem zweiten Weltkrieg war ein autogerechter Ausbau der Verkehrswege das Ziel. Heute ist an vielen Orten die Grenze des Möglichen erreicht. Gleichzeitig ist oftmals die Belastung der AnrainerInnen nahezu unerträglich. Zukünftige Verkehrspolitik muss auf eine bewusste und sparsame Verwendung des Autos einwirken.
Man glaubt kaum, dass die BenutzerInnen von Autos - obwohl sie das Straßenbild dominieren - in Wirklichkeit eine Minderheit darstellen.

Es geht also darum, nicht Schikanen gegen Autos zu errichten, sondern den Verkehr menschengerecht abzuwickeln: Maßstab müssen die schwächsten VerkehrsteilnehmerInnen - Kinder sowie alte und gebrechliche Menschen - sein: kindergerechter Verkehr anstatt verkehrsgerechte Kinder!

Verkehr im Dorf

Die Verkehrswege sollen die Funktionen zurückerhalten, welche Dorfstraßen jahrhundertelang innehatten: Aufenthalts- und Wirtschaftsräume und Orte der Kommunikation.
Eine entsprechende Gestaltung von Straßen kann entscheidend zur Sicherheit der FußgängerInnen und RadfahrerInnen beitragen und auf die Bedürfnisse der BewohnerInnen Rücksicht nehmen. Es wird auch in Wulkaprodersdorf notwendig sein, unsere Ortseinfahrten und betroffene Straßen baulich zu verändern.