Lärmmessungen im Dorf

Die UDW hat bereits im Vorjahr im Gemeinderat Lärmmessungen in Wulkaprodersdorf verlangt und in Folge ein Konzept zur Erstellung eines Lärmschutzprogrammes eingebracht. Die Belastung der Bevölkerung in Wulkaprodersdorf durch den Verkehrslärm ist enorm. Dagegen kann man nur etwas unternehmen, wenn die gefühlte Lärmbelastung durch Messungen nachgewiesen wird. Daher haben in Wulkaprodersdorf in den letzten Wochen Lärmmessungen stattgefunden.

Es gibt gesetzliche Vorgaben zur Einhaltung von Lärmgrenzwerten. Diese Vorgaben werden in Wulkaprodersdorf an mehreren Stellen weit überschritten. Die Straßenerhalter Land (B50) und Bund (Autobahnzubringer) sind für die Einhaltung dieser rechtlichen Vorgaben in unserem Dorf zuständig. Dies bedeutet, sie müssen für lärmreduzierende Maßnahmen sorgen.

Die von der Gemeinde in Auftrag gegebenen Lärmmessungen haben folgende Werte ergeben:

Am höchsten ist die Lärmbelastung entlang der B50, Ausfahrt Rathausgasse – Bahnübergang. Die Gemeinde braucht daher zwingend Lärmschutzmaßnahmen im Straßenbereich.

Im Hinblick auf diese extreme Lärmüberschreitung sind vom zuständigen Amt der Burgenländischen Landesregierung zwingend Lärmschutzmaßnahmen bei den Landesstraßen B50 und B16 durchzuführen. Als Sofortmaßnahme muss eine Geschwindigkeitsbeschränkung erfolgen, die ohne große Kosten und Aufwand eine rasche Verbesserung erzielt.

Keine Lärmmmessungen haben auf der Wiener- und Ödenburgerstaße stattgefunden. Da diese Straßen jedoch ebenfalls enorm vom Lärm betroffen sind, ist es aus unserer Sicht unbedingt notwendig, auch dort den Lärm zu messen. Wir werden das bei der nächsten Gemeinderatsitzung beantragen.

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Beitrag vom 23.6.207

Wenn uns der Lärm nicht schlafen lässt!

Wie wir bereits in einigen Beiträgen berichtet haben: Lärm macht krank. Der ORF berichtete dazu:Wenn uns der Lärm nachts nicht schlafen lässt, schadet er der Gesundheit. Dabei wird der Geräuschpegel in unserem Umfeld oft unterschätzt. Schon so mancher Kühlschrank ist lauter, als es auf Dauer gut ist.“

In der ZIB 1 vom 20.6.2017 brachte der ORF einen kurzen Beitrag über die unterschätzen Lärmquellen in unserer Umgebung und ihre Auswirkungen.

Gerade in Wulkaprodersdorf ist die Belastung durch Verkehrslärm ein ständiger Begleiter.

Sehen Sie den ZIB 1 – Beitrag auf Facebook. 

Maßnahmen zur Verringerung von Verkehrslärm und Luftverschmutzung

Dafür braucht es eine Vielzahl aufeinander abgestimmter Einzelmaßnahmen:
von der Fahrzeugtechnik über das Steuerrecht bis zur Verkehrsplanung.
Neben der Verkehrsvermeidung und dem Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel gibt es eine Reihe von weiteren Möglichkeiten:

  1. Das Reifen-Fahrbahn-Geräusch bei Pkw ist ab ca. 30 km/h (bei Lkw 60 km/h) die dominierende Geräuschquelle. Der Einsatz von lärmmindernden Fahrbahnbelägen kann die Lärmbelastung verringern. Ein moderner ge-
    räuschmindernder Straßenbelag kann um bis zu 8 dB leiser als der
    Referenzbelag sein.
  2. Lärmschutzmaßnahmen: Eine wichtige Lärmschutzmaßnahme sind Geschwindigkeitsbegrenzungen.
    In verkehrsberuhigten Zonen mit 30 km/h Geschwindigkeitsbeschränkung
    ist der Lärmpegel um 6 dB geringer als bei 50 km/h. Auf Autobahnen bringt eine Tempo-100-Beschränkung eine Lärmreduktion von 3 dB. Bei Tempo 100
    wird auch um 64 % weniger Stickoxid ausgestoßen als bei Tempo 130 km/h.
  3. Schallschutz: Schallschutzwände, -wälle, Überdeckungen, Einhausungen behindern die Ausbreitung des Schalls. Die Höhe der Wand hat  entscheidenden Einfluss auf die lärmmindernde Wirkung. Die Anlage muss
    ausreichend lang sein, damit von den Seiten kein Lärm eindringt.
    Die Lärmminderung beträgt 5 bis 10 dB(A), in günstigen Fällen 10 bis 15 dB(A). Bei Wind und Inversionswetterlagen verschlechtert sich die lärmmindernde Wirkung. Schallschutzfenster können nur die Innenräume vor Lärm schützen,
    wenn sie geschlossen sind. Die Außenbereiche (Garten, Terrasse,
    Balkon) bleiben laut.

Lärmgrenzwerte

Die Grenzwerte für Bundesstraßen sind gesetzlich festgelegt. Für den Tag-Abend-Nacht-Zeitraum gelten 60 dB und für den Nacht-Zeitraum 50 dB. Die WHO und das Umweltbundesamt empfehlen jedoch:
45 dB/Tag und 30 dB/Nacht.
Schalldruckpegel kann man nicht einfach arithmetisch zusammenzählen
und zwei gleiche Lärmquellen sind nicht doppelt so laut wie eine. Eine Zunahme um 10 dB empfinden wir im Allgemeinen als doppelt so laut.

Die Messwerte in Wulkaprodersdorf 2017.

Lärm macht krank

Lärm, insbesondere Verkehrslärm, stellt für viele Menschen Belastung und Ärgernis dar und macht krank.

Viele Menschen in Wulkaprodersdorf sind bereits ständig einem
Verkehrslärm ausgesetzt – auch in der Nacht. Ab 35 dB Lärmpegel reagiert der Mensch durch Aktivierung des zentralen und vegetativen Nervensystems;
dadurch sind Störungen von Entspannungsphasen und Schlafstörungen möglich.
Durch den Klimawandel werden sich die Hitzewellen mit Tropentagen
verdoppeln. Man kann die Häuser nur nachts lüften, um eine erträgliche Temperatur zu halten. Das bedeutet für die Anrainer/innen entweder abends im Sommer bei geschlossenen Fenstern schwitzen oder ‚Schlaflos im Wulkatal‘!

Dauernder Lärm kann das seelische Befinden und die Lebensqualität
beeinträchtigen. Lärm kann im Körper eine Stressreaktion auslösen. Dieser reagiert mit einer Erhöhung des Blutdrucks, der Herzfrequenz, einer Veränderung der Schlaftiefe und der Muskelspannung bis hin zu Aufwachund
Schreckreaktionen. Ab 35 dB Lärmpegel gehen Ärzt/innen bereits von Schlafstörungen aus.

Die Messwerte in Wulkaprodersdorf 2017.