Manuela’s Garteneck: Weiße Fliegen und andere Gäste

Weiße Fliegen und andere ungebetene Gäste

Heuer fiel kein einziges Gemüsepflänzchen den Nacktschnecken zum Opfer.

Das war die Jahre davor ganz anders:
ein Salat für uns und neun für die Schnecken – so in etwa.

 

Bisher habe ich im Gemüsebeet mit Rasenschnitt gemulcht. Vermutlich habe ich damit den schleimigen Tierchen den idealen Unterschlupf geboten. Heuer probierte ich es mit dem Tipp, den mir eine Expertin gab. Nämlich mit  Gartenfaser zu mulchen. Angeblich mögen das die Schnecken nicht so sehr. Naja, was Schnecken nicht so mögen, mag ich umso mehr. Bei einem Discounter wurde ich fündig und säckeweise wurde das Mulchmaterial im Garten ausgebracht.

Es könnte aber auch etwas an dem Gerücht dran sein – nämlich dass das Arbeiten mit Gartenwerkzeug aus Kupfer auch gegen Schnecken hilft. Dabei  gelangen winzigste Kupferteilchen in den Boden und Schnecken mögen kein Kupfer- sagt man.  Aber bei einem Garten-Vortrag hieß es auch, dass Weinbergschnecken nur abgestorbenes Pflanzenmaterial fressen. Das kann ich nicht bestätigen.

Und die Empfehlung sich ein Hochbeet anzulegen und dieses mit diversen Schnecken-Barrieren auszustatten, fruchtet nur solange, solange man mit Erde, Kompost oder Mulchmaterial keine Schnecken und deren Eier ins Beet holt.

 

So nun genug über die Schnecken gelästert – wenden wir uns den heurigen Plagegeistern zu. So ist es ja nicht….was wäre ein Gartenjahr ohne Fachbücher, google&co um nachzulesen, wie man diesen oder jenen Plagegeist wieder los wird.

 

Es handelt sich um die weiße Fliege, die ja nicht einmal eine Fliege ist, sondern eine Mottenschildlaus. Was man nicht alles lernt, wenn man sich damit beschäftigen muss.  Zugegeben, so amüsiert habe ich mich noch nie bei einer Schädlingsbekämpfung wie bei dieser.

Stark betroffen waren die Kohlsprossenpflanzen. Wenn man die Blätter berührte flog ein weißer Schwarm auf. Also machte ich mich schlau, was ich dagegen unternehmen könnte. Das erste Mal schmunzelte ich, als ich las Basilikum wehrt die weiße Fliege ab. Das Basilikum umschmeichelte zumindest eine der drei betroffenen Pflanzen, aber das war der Motte egal.

 

Doch das Lustigste war der Einsatz der Gelb-Sticker an denen sie kleben bleiben sollten. Angelockt durch die Farbe gelb soll das ganz gut funktionieren.

Ich bin dann zu der Überzeugung gekommen, dass sie wohl farbenblind sein dürften. Zumal sie unbeirrt auf grün hocken blieben und nur aufflogen, wenn ich die Pflanze schüttelte. Was ich mit Hingabe tat…immer in der Hoffnung sie erkennen endlich das grelle Gelb. Sie umschwirrten die besagten Täfelchen….aber es war als wären sie gewarnt worden. Bei einigen hatte ich den Eindruck, als würden sie sich geradezu vor dem gelben Sticker einbremsen. Endlich blieb eine von den dutzenden auf dem klebrigen Zeug picken….aber zu früh gefreut, sie schaffte es, sich wieder zu befreien…man konnte ihre winzigen Muskelchen direkt arbeiten sehen. Nix, die Gelbtafeln kommen wieder weg, sonst bleiben noch Nützlinge daran kleben.

 

Stichwort Nützlinge: Wo Schlupfwespen & Florfliegen, die gegen die weiße Fliege helfen, sich zu dieser Zeit aufhielten, weiß ich nicht. In meinem Gemüsegarten jedenfalls nicht.

Ich habe einiges ausprobiert, auch ein Spritzmittel für den biologischen Anbau- es hat alles nichts geholfen. Ob es dann letztendlich das Mulchen mit Wermutblättern war, oder ob sie sich auch so nach vollbrachter Eiablage, verzogen hätten, kann ich nicht sagen. Jedenfalls waren sie dann endlich fort.

Die Kohlsprossenpflanzen selbst haben es überstanden. Sie sind zu teilweise mächtigen Pflanzen herangewachsen- zumindest die Pflanzen. Die Sprossen sind kleiner als Erbsen und ich glaube auch nicht, dass sich daran noch viel ändern wird. Zur Sicherheit werde ich die Kohlpflanzen und die Pflanzen die in unmittelbarer Nähe wachsen, nicht am Kompost entsorgen. Auch der Kohlweißling (ja es war heuer viel weißes Geflatter in meinem Garten) hat auch seine Affinität für Kohlgewächse ausgelebt.

Sollte ich nächstes Jahr wieder Kohlgewächse pflanzen, dann mit dem Einsatz von Kulturschutznetzen und/oder dem Ausbringen von Nützlingen.

Vor kurzem hab ich gelesen, dass das Düngen mit Brennnesseljauche den Kohlweißling anzieht. Auf diesen tollen Dünger werde ich dennoch nicht verzichten. Zumal sich auch so manche empfohlene Schädlingsabwehr durch Mischkultur nicht bestätigt hat.

 

Ich bin schon gespannt welche Plagegeister mich dann in der nächsten Gartensaison auf Trab halten werden 😉

Also heißt es weiterhin – ausprobieren, experimentieren und seine eigene Gartenwahrheit finden.

In diesem Sinne- grüner Daumen hoch und ja nicht unterkriegen lassen.
Bis zum nächsten Mal – wenn es um das schwarze Gold des Gärtners geht.

Bis Bald
Manuela

erstellt von: Manuela Semeliker Aufrufe: 41