Manuela’s Garteneck: Paradeiser Teil 3

Ausgeizen, Pflegen und Verarbeiten.

 

Das Ausgeizen.

In diesem letzten Teil sind wir bereits bei der Frage angelangt: Ausgeizen JA oder NEIN

Ich bin für JEIN. Bei stark wachsenden Sorten oder auch bei Fleischtomaten breche ich die Geiztriebe aus. Damit genügend Luft zu den Blätter kommt und dadurch die Gefahr von Pilzerkrankungen ein wenig verringert wird. Außerdem stecken sie sonst ihre ganze Kraft in die Blätter und weniger in die Blütenbildung.

Aber grau ist alle Theorie. Denn einmal etwas nachlässig, schon haben sich in den Triebachseln neue Triebe gebildet. Sind sie dann schon so dick wie ein Strohhalm, dürfen sie bleiben. Zu groß wäre ansonsten die Wunde. Möchte man dennoch einen stärkeren Trieb ausbrechen oder bricht er ab, kann man Holzasche als Wundverschluss verwenden.

Auch die untersten Blätter entferne ich, damit die Blätter keinen Kontakt zur feuchten Erde haben. Mit den gesunden Blätter und Trieben wird gemulcht oder ein Kaltauszug gemacht. Dieses Spritzmittel kann eine Unterstützung zur Schädlingsbekämpfung an Kohlgewächsen sein.

 

Das Anbinden.

Auch das regelmäßige Anbinden der Triebe ist wichtig um ein knicken der Triebe zu verhindern. Überhaupt dann, wenn die Früchte zur Last der Pflanze werden.

Eine meiner Pflanzen ist der Fesselung entkommen – denn ich habe sie übersehen. Wie es halt so ist, ist sie dann tatsächlich fast abgebrochen. Nur ein „Faden“ hielt sie noch beisammen. Da sie die einzige dieser Sorte ist, riss ich sie nicht aus, sondern richtete sie auf und häufelte sie mit Erde an. Und – heute steht sie da, als wäre sie nie geknickt gewesen…. Ja, sie war sogar einer der ersten die blühte.  🙂

Man kann auch aus den entfernten Geiztrieben neue Pflanzen ziehen. Aber das habe ich noch nie versucht. Gegen Ende des Sommers, kappe ich die oberen Triebe. So können bestehende Früchte besser ausreifen.

 

Das Gießen.

Ja, auch das Gießen ist so ein Thema….

Bei mir bekommen sie Wasser nach dem Auspflanzen bis zu dem Zeitpunkt wo ein ziemlicher Wachstumsschub stattfindet. Dann sind sie gut eingewurzelt und werden nicht mehr verhätschelt. Dadurch entwickeln sie ein sehr in die Tiefe gehendes Wurzelwerk. Das hilft der Pflanze vital zu bleiben, aber vor allem ist sie, was den Wasserbedarf betrifft, robuster.  Erst wenn sie bereits Morgens die Blätter hängen lassen, ist das für mich ein Zeichen, dass nun Zeit zum Gießen ist.

Eine Pflanze, die jeden Tag ihre Wassergabe gewöhnt ist, wird es mitunter übler nehmen, wenn dann plötzlich, z.b wegen Urlaub, nicht mehr täglich gegossen wird.

Öfters gieße ich Paradeispflanzen, die im Hochbeet wachsen und jene die ich in den Topf pflanzte. Beim Gießen achte ich darauf, dass die Blätter nicht nass werden. Mulchen mit Pflanzenfaser oder Grasschnitt hilft gegen das schnelle austrocknen des Bodens.

 

Krankheiten

Bis dahin alles schön und gut. Das ändert sich jedoch schlagartig, wenn Tomatenpflanzen von  Pilzkrankheiten befallen werden. Meist ist feuchtes Wetter schuld daran. Die beste Vorbeugung ist ein Dach über die Pflanzen. Das kann ich meinen leider ( noch) nicht bieten. Daher achte ich darauf, dass sie möglichst luftig stehen ( also nicht zu eng beieinander) um, nach einem Regenguss, rasch zu trocknen.

Weiters bin ich ein Fan von Schachtelhalmbrühe, die ich fertig kaufe und damit vorbeugend ab und zu die Pflanzen spritze. Eigentlich wird empfohlen, dies regelmäßig zu tun….aber wenn sie endlich nach einer Regenperiode trocken sind, sie dann wieder zu besprühen….irgendwie widerstrebt mir das.

Nie werde ich vergessen…es war vor einigen Jahren. Ich hatte prächtige Pflanzen. Doch plötzlich fing es an. Die Blätter wurden braun und innerhalb einer Woche musste ich alle Paradeispflanzen die dort standen, entsorgen. Ich habe keine Ahnung, welche der vielen Pilzerkrankungen, der Vollstrecker war. Gelegentliche Kraut- und Braunfäule überhaupt gegen Sommerende, ja das kenne ich – aber so etwas war mir neu. Zum Glück kam das bisher nicht wieder vor.

Aber nicht nur nasses Wetter und falsches Gießen kann Schuld an Krankheiten sein. Auch ein zu wenig oder zu viel an Nährstoffen kann der Auslöser des Übels sein. Die richtige Balance der Mineralstoffe zu halten, ist nicht so einfach. Ich habe eine Seite entdeckt, die das recht gut erklärt: http://www.tomatenundanderes.at/Krankheiten.html

Ich verwende Kompost in den ich ein wenig Algenkalk mische, Hornspäne, Brennnesselblätter/ Jauche und Schachtelhalmbrühe. Lässt die satte grüne Farbe der Blätter nach, löse ich getrockneten Rinderdung im Wasser auf und gieße sie damit. Auch Hühnermist ist ein toller Dünger. Oder verdünnte Brennnesseljauche.

Aber als Gärtner/in muss man ohnehin optimistisch ins Gartenjahr blicken. Darum gehen wir davon aus, viele schmackhafte Paradeiser zu ernten. Die ersten reifen Früchte genießt man ja besonders. Dann folgen die Paradeissalat- Wochen bis zum Abwinken, abwechselnd kombiniert mit Mozzarella oder Paradeisersauce mit Erdäpfeln (mhhh…köstlich).

 

Einkochen

Die Kühltruhe und die Vorratsschränke füllen sich mit den verschiedensten Möglichkeiten um ein wenig Tomaten-Glück in den Winter zu retten. Eine dieser Möglichkeiten ist selbst gemachtes Tomatenketchup. 

Man benötigt für das Tomatenketchup:
2,5kg Paradeiser von Sorten, die viel Fruchtfleisch haben, 50 dag Zwiebeln – beides in Stücke schneiden und mit 1/4l Rotweinessig, Lorbeerblätter, 50g Salz, ein wenig Paprikapulver, Muskatnuss, Liebstöckl, Thymian, je 1 TL Pfefferkörner und Senfkörner sowie ein wenig Koriander aufkochen lassen bis die Paradeiser und Zwiebeln weich sind. Danach passieren und mit ca 150g Zucker einkochen bis eine dickliche Konsistenz entsteht. Ich verwende Pektin. Dadurch dickt die Masse schneller ein und sie muss nicht so lange gekocht werden. Ansonsten muss man schon mit mindestens 2 Stunden Einkochzeit rechnen.

Heiß in Gläser gefüllt und kühl gelagert hält es ungefähr ein Jahr. Aber bezüglich Konsistenz und Farbe kann man es nicht mit gekauften Ketchup vergleichen. Den Geschmack aber auch nicht, denn das selbstgemachte schmeckt viel besser.

 

Samen vorbereiten

Möchte man auch nächstes Jahr köstliche Paradeiser ernten und die Pflanzen selber ziehen….darf man bei all der Einkoch- Euphorie nicht auf die Samen vergessen.

Dazu schäle ich mit einem Löffel die Samen aus der sehr reifen Frucht von einer gesunden Pflanze und gebe sie in ein mit Wasser befülltes Glas. Während der nächsten Stunden immer wieder umrühren….so löst sich das Fruchtfleisch besser vom Samen. Danach die Samen in ein Sieb leeren und spülen. Nun auf einem Kaffeefilter gut trocknen lassen. Wenn die Samen absolut trocken sind in einem lichtundurchlässigen Behälter aufbewahren ….BESCHRIFTEN NICHT VERGESSEN.

Man muss nur aufpassen, keinen Samen von Hybridsorten zu verwenden. Denn falls überhaupt eine fruchtende Pflanze daraus wird, so trägt sie nicht mehr die selbe Sorte. Nur Samen von samenfesten Sorten verwenden.

 

So, ich glaube ich habe alles von einer meiner liebsten Pflanzen im Gemüsegarten 😉 erwähnt und nichts vergessen.

In diesem Sinne wünsche ich euch eine reiche Paradeisernte und schmackhafte Ergebnisse. Grüner Daumen hoch, bis zum nächsten Mal, wenn es um Bienchen und Blümchen geht.

 

Manuela

 

 

 

erstellt von: Manuela Semeliker, Aufrufe: 43